Wenn ich mich vor der Webcam ausziehe und es mir entweder selbst besorge oder aber einen Spielpartner habe, dann bin ich ein völlig anderer Mensch. Es ist, als würde ich in eine Welt eintauchen, die zwar real ist, aber doch weit entfernt von der normalen Realität. Naja, eigentlich ist es ja auch so, denn vieles, was wir Privatamateure dort vor den Showcams zeigen, findet sicherlich in den wenigsten heimischen Schlafzimmern statt. Wir leben dort die geheimen Phantasien aus, die sich viele nicht auszuleben wagen und lassen sie wenigstens auf diesem Wege daran teilhaben. Wir tauchen ein in die körperliche Lust und geben uns dieser hemmungslos und leidenschaftlich hin. Manchmal habe ich das Gefühl, als sei ich wie in einer Art Trance. Ich kann nicht mehr denken, ich fühle einfach nur noch. Ich fühle, wie sich Zungen und Hände an meinem Körper laben, ihn erforschen, in ihn eintauchen und mich in einen Strudel aus Leidenschaft und Gier hineinziehen. Ich will mehr, will Grenzen überschreiten, so sehr erregt bin ich. Ich möchte einfach ausgefüllt werden, möchte, dass mein heißes und williges Fleisch massiert wird, gereizt wird, benutzt wird. Wenn ich dann, nach zig Höhepunkten meinen Feierabend antrete und zu Hause völlig erschöpft in einen tiefen Schlaf falle und Stunden später aus diesem erwache, schäme ich mich manchmal wegen dieser fast triebhaften und animalischen Seite, die in mir erwacht ist und die ich der Öffentlichkeit präsentiert habe. Und dennoch, wenn ich dann am Abend wieder vor der Sexcam bin, erneut die lüsternen Blicke auf mir ruhen, packt mich diese Lust erneut.